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Heute morgen bin ich wieder mal in Ruhe zum Zeitung lesen gekommen. Anlass, Euch ein paar Nachrichten aus dem fernen Land bei den Bergen zu vermitteln, die nie den Weg in europäische Medien schaffen.

Am Mittwoch wurden in Sanepa, Lalitpur, nicht weit von Kathmandu, 18 tibetische Flüchtlinge aus einem Flüchtlingslager in Bhanimandal festgenommen, weil sie versucht hatten, sich mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Zum Glück ist nicht Ernsthaftes passiert, aber es zeigt, wie verzweifelt die Tibeter ihre Lage empfinden.

Die nepalische Regierung wiederum hat umgehend verlauten lassen, dass sie zur Ein-China-Politik stehe (m.a.W.: Tibet bleibt von China besetzt) und die chinesische Regierung hat daraufhin versichert, dass sie weiterhin Nepal unterstützen will. Die Tibeter haben hier keinen guten Stand mehr, weil die nepalische Regierung in ihrer Abhängigkeit die guten Beziehungen zu China auf keinen Fall gefährden will.

Tags zuvor hatte die Polizei schon ein „peaceful prayer meeting“ der Tibeter in Lalitpur aufgelöst. Man dulde nicht, dass „auf nepalischem Boden gegen seine Nachbarn agitiert werde“ – Gruß an China.

Ein 11-jähriges Mädchen wurde in Madyapur, nahe Thimi erhängt aufgefunden. Sie arbeitete dort als Haushaltshilfe. Es ist immer noch üblich, dass sich reiche Familien Mädchen aus armen Familien vom Land holen, die gegen Kost und Logis die Arbeit im Haushalt machen. Das Wohlergehen der Mädchen hängt dann vollständig von der Familie ab, in der sie untergebracht sind. Das kann gut gehen oder auch nicht. Die Polizei untersucht den Vorfall weiter …

Aus abgelegeneren Gegenden in Nepal wurden in den letzten Tagen mehrere Sterbefälle von Müttern bei der Geburt gemeldet. Die Frauen haben dort keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Nicht in direktem Zusammenhang damit steht die Nachricht, dass – auch weit draußen – ein witch doctor verprügelt wurde. Er hat wohl nicht den erhofften Erfolg gebracht. So etwas kann hier aber auch Ärzten passieren, die Schulmedizin praktiziern.

Am Schluss eine Meldung, die etwas Hoffnung macht: Premierminister Baburam Bhattarai hat verkündet, dass die Verfassung bis 30.11. im Konsensus aller Parteien fertig sein wird. Der Prozess der Erstellung einer neuen Verfassung dauert jetzt schon seit Ende des Bügerkriegs und der Zieltermin wurde schon unzählige Male verschoben. Einer der Faktoren, die das Land blockieren. Noch nie war ein Termin jedoch so kurzfristig und unwidersprochen. Drücken wir die Daumen!

Dieser Beitrag wurde unter Nepalreise Herbst 2011 veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

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