Fahrt nach Gulmi

Das ist Nepal wie ich es kenne und Liebe. Tief eingeschnittene Täler mit unvorstellbar vielen Terrassenfeldern an den Hängen und steile Felsabbrüche, die einen guten Einblick in die geologische Geschichte des Himalayas geben. Auch wenn wir uns nur in den Vorbergen der Allerhöchsten befinden, sieht man an vielen Stellen die Auffaltung des Gebirges. Die Straße windet und schlängelt sich an diesen Hügeln entlang, meist auf einer Seite Steil abfallend zum Fluss hinunter und an der anderen Seite begrenzt durch die Fels.

K. P. Maskey ist der President des SCNs, und war gleich bereit mich nach Gulmi zu begleiten. Es geht los von Kathmandu aus zunächst nach Norden über den Tankot Pass. Dieses Nadelöhr müssen alle Busse, LKWs und Fahrzeuge passieren die in die Hauptstadt wollen. Entsprechend viel Verkehr herrscht hier, auch heute früh um 6 Uhr ist das nicht anders. Die Pass Straße ist in einem erbärmlichen Zustand, und hat sich an vielen Stellen einfach aufgelöst. Entlang des Highways entstehen jedes Jahr mehr Häuser, phantasievoll verschnörkelt und bunt angemalt, oder einfache funktionale Garagenhäuser, die oft unfertig dastehen und bewohnt sind. Teeshops und Reiseproviant Läden reihen sich aneinander und zusätzlich gibt es lokal Produkte zu kaufen, wie geräucherte Fische in Maleku oder Mandarinen aus den Plantagen rund um den Manakamana Tempel.

Vom Pass hinab windet sich die sog. Straße ins Trisuli River Tal, und folgt dem Fluss bis Mugling. Hier geht der Highway nach Pokhara weiter und wir biegen ab in Richtung Narayangat. Die Landschaft wird durch dichten Wald an Steilhängen geprägt. Der Nebenfluss des Trisuli hat z.T. tiefe Schluchten in das Gestein gegraben und wird zusätzlich durch zahlreiche Wasserfälle gespeist. Aber die Straße hier hat ihren namen kaum noch verdient und so stecken wir bald im Dauerstau auf dieser viel befahrenen Strecke ( 7000 Fahrzeuge in jede Richtung wurden pro Tag gezählt) Es geht nur sehr langsam voran und wir erreichen Narayangat mit viel Verspätung.

Nach dem Reis Frühstück geht es auf dem Ost-West Highway nach Butwal.“ Highway“ erweckt vielleicht einen falschen Eindruck von unserer Fahrt. Die relativ breite Straße ist bevölkert von jeder Menge Fußgängern, Radfahrern und Gruppen von Schulkindern, Mopeds sowieso. Dann gibt es die blauen knatternden Tempos, die vor Jahren aus Kathmandu verbannt wurden und Traktoren mit entsprechenden Anhängern, Busse in allen Größen und Formen, sowie LKWs mit z.T. abenteuerlichen Ladungen, runden das Bild ab. Dazwischen fahren PKWs und Jeeps, und ab und zu Ochsenkarren, – ein lebendiges, buntes Bild wie es typisch ist für die Terei Landschaft.

Von Butwal geht es wieder bergauf bis nach Tansen der Bezirkshauptstadt von Palpa. Ich bin erstaunt, wie sich diese Stadt entwickelt hat, habe ich doch eine idyllische Kleinstadt mit dörflichen Charakter in Erinnerung. Jetzt prägen Hochhäuser, die sich über mehrere Hügel  hinaufziehen  ,das Bild. Die Medizinische Universität, weit vor den Toren des eigentlichen Ortes fällt jedem gleich auf.

Ab Tansen sind es noch 75 Km bis Tamgas, dem Verwaltungszentrum von Gulmi. Die Straße ist schmal, geteerst,und bis auf sehr wenige Ausnahmen  in gutem Zustand. Allerdings ist sie so extrem Kurvenreich und bergauf und –ab , dass wir für dieses Stück noch Mal drei Stunden brauchen. Der Fahrer des Mietwagens leistet ganze Arbeit und bringt und sicher nach Tamgas.

unterwegs nach Tamgas Gespräch unter Fachleuten

 

 

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