Alltagsleben

Jetzt wir schon vierte oder fünfte Mal in Kathmandu und trotzdem fotografieren wir immer wieder den großen Stupa. Wie die meisten von Euch wissen, wohnen wir in Boudha, dem tibetischen Vorort von Kathmandu. Zentrum ist der große Stupa, für jeden Buddhisten ein heiliger Ort. Wir Europäer erleben Boudha als friedlich und erholsam, wie eine Oase im sonst so chaotischen Kathmandu.

Da in diesem Herbst Freunde, Vereinsmitglieder, Volunteer und was mich ganz besonders freut, meine Eltern, zu uns stoßen, werde ich Euch mehr als sonst über unser Alltagsleben berichten.

Unsere Unterkunft ist nur ein paar Minuten von dem Stupa entfernt, der Weg dahin ist voller Farben und Exotik. Jeden Morgen frühstücken wir in einem der unzähligen Hinterhöfe. Man muss die Ecken kennen. Von außen schaut man manchmal nur in ein finsteres Loch, z.B. bei Nir und seiner Toast Bakery. Aber wenn man sich traut durchzugehen, steht man in einem hübschen Gartenrestaurant voller Blumen und kleiner religiöser Figuren. Für eine komplette Mahlzeit zahlen wir meistens zu zweit 5 Euro.

In dem dunklen Durchgang besuchen wir noch unseren Geldwechsler. Er betreibt sein Geschäft in einem kleinen fensterlosen Raum und wenn mal wieder der Strom ausfällt, wechseln wir bei Kerzenlicht. Er macht uns einen guten Preis. Er weiß, dass wir kurz vor Abflug die Hotelrechnung bezahlen und das Wechselgeschäft lässt er sich nicht entgehen. Jeder neue Kunde, auch ein Nepali, zahlt am Anfang erst mal mehr und sobald man sich kennt, geht der Preis runter.

Dann tätigen wir noch die wichtigsten Einkäufe in den unzähligen kleinen Garagenläden.

Bei unserem Obst- und Gemüsehändler sind wir auch schon Stammkunde. Ganz köstliche frische Sachen verkauft er. Ich glaube, ein Nepali wäre entsetzt über den Zustand der Ware, die bei uns in den Supermärkten angeboten wird. 5 cent für eine Banane, das ist ein guter Preis. Und manchmal schenkt er uns noch etwas dazu.

Und schon geht es weiter zum Boudha Gate. Wenn wir in unser Ofenmacher Büro fahren, verlassen wir Boudha . Ab dem großen Gate taucht man in die andere Welt einer chaotischen asiatischen Großstadt ein. Inzwischen haben wir uns auf Tuk Tuk als Transportmittel eingeschossen. Die kleinen 3 rädrigen Elektrofahrzeuge sind zwar sehr holprig, aber da noch nicht mal ein Nepali darin stehen kann, nie wirklich überfüllt. Man hält sie einfach am Straßenrand an, es gibt feste Linien und Preise und die Fahrerinnen bugsieren sich mit erstaunlichem Durchsetzungsvermögen durch den Verkehr. Bis zu unserem Büro sind es je nach Verkehr oder heiliger Kuh auf der Straße 15 bis 30 Minuten, es kostet 13 cent pro Person. Dann gibt’s noch kleinere Busse, größere Busse, große Busse und schließlich Taxis. Der Verkehr ist laut, hupend, chaotisch, aber die Leute sind überhaupt nicht aggressiv. Hupen ist in Nepal eben eine Art von Reden.

Und wenn einem der Lärm und die Abgase zu viel werden, dann zieht man sich einfach wieder nach Boudha zurück.

Fortsetzung folgt ….

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Ein Kommentar zu Alltagsleben

  1. gdengler sagt:

    Vielen Dank für diese bebilderte Information, die einen fast dazu animieren könnte, Kathmandu/Boudha als Urlaubsidylle anzusehen. Aber wir wissen ja, was dahintersteht und denken dabei an Eure Ofenbemühungen. Jedenfalls freuen wir uns, dass Ihr nicht nur mit dem Ernst Eures Anliegens konfrontiert seid, sondern Euch zwischendurch auch an Schönem und positiv Exotischem erfreuen könnt. Wir wünschen Euch weiterhin diese Symbiose, also Erfolg und Erbauung. Berichtet bitte weiter! Helga und Gerd

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