Lake Victoria

Unser „Urlaub“ in Kenia geht seinem Ende entgegen. Heute haben wir in Kisumu schon Rina getroffen, mit der wir ab morgen die Voraussetzungen für den eventuellen Ofenbau in der Umgebung erforschen werden. Darüber erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Heute lest ihr aber noch einen Beitrag über unser erstes Rendevous mit dem Lake Victoria.

Laut Führer geht eine staubige Piste von der Hauptstraße Kisumu – Nairobi ab und bringt uns nach 60km in das verschlafene Homa Bay am Ufer des Viktoriasees. Der Führer ist von 2012, also ist die Information wenigstens 5 Jahre alt. Inzwischen hat sich einiges getan. Die staubige Piste hat eine fast perfekte Teerdecke bekommen. Man könnte entspannt dahinrollen, wenn das kenianische Straßenbauamt nicht gelegentlich knietiefe Löcher eingestreut hätte. Zusammen mit den landesüblichen, teilweise mörderischen Speedbreakern wird so dafür gesorgt, dass man ständig mit angespannter Aufmerksamkeit unterwegs ist, immer in der Sorge, dass am nächsten Hindernis die Räder abfliegen. Vielleicht ist das aber auch nur eine weise Maßnahme gegen Einschlafen am Steuer.

Homa Bay hat sich gegenüber der Schilderung im Führer verändert. Inzwischen gibt es mehrere Hotels, die sich offensichtlich vom einheimischen Tourismus ernähren. Das Homa Bay Tourist Hotel ist eine große Anlage mit weitläufigen Grünflächen zum See hin. Hier findet man eine Freiluft-Bar und unter jedem schattenspendenden Baum Sitzgruppen, an denen kühle Getränke serviert werden. Zahllose Kellner und Kellnerinnen eilen hin und her um die offensichtlich wohlbetuchten Gäste zufrieden zu stellen. Wenn sie Kilometergeld bekämen, wäre das Hotel schnell pleite.

Wir lassen uns in der Bar nieder und genießen die Atmoshäre mit Blick auf den See. Auf und unter einer Schirmakazie hocken Marabus. Sie sind erstaunlich elegante Segler, was man bei ihrem eher plumpen Erscheinungsbild gar nicht vermutet.

Auf der Suche nach der Seepromenade finden wir ein Stück Straße, das aus dem Ort zu einem geschlossenen Restaurant namens „Sundowner Hotel“ führt. Davor ist die Anlegestelle eines Ausflugsboots auf die andere Seite der Bay. Daneben geht eben der Samstagsmarkt zu Ende. Einige Marabus machen sich über die Reste her. Das Attribut „verschlafen“ ist immer noch zutreffend. Kindheitserinnerungen an die Adria der 60er-Jahre werden wach. Werden auch hier in 20 Jahren die Seeufer mit Hochhäusern zugebaut sein?

Da man sich ja bekanntlich einen Überblick verschaffen soll (siehe Kakamega Forest), beschließen wir, am nächsten Tag einen dieser kegelförmigen Hügel zu besteigen, die hier überall die Landschaft zieren. Keine Tourenbeschreibung oder Beschilderung engt unseren Forscherdran ein. Mit Hilfe von Google Maps finden wir die nächste mit dem Auto erreichare Stelle am Fuß des Hügels. Nichts deutet hier auf einen Pfad nach oben hin. Zäune versperren den Weg. Zum Glück kommt uns ein Einheimischer zu Hilfe, mit dessen Beschreibung wir einen Weg finden, nicht ohne beim ersten Anlauf auf halber Höhe im Gebüsch stecken zu bleiben.

Noch ist es Vormittag, aber die tropische Sonne und die stachligen Büsche setzen uns zu. Oben weht zum Glück eine leichte Brise und zwischendurch beschattet uns eine freundliche Schönwetterwolke. Am „Gipfel“ finden wir einen betenden Einheimischen vor – es ist Sonntag. Von unten tönen die Choräle aus den verschiedenen Kirchen. Der See ruht unbeeindruckt zwischen den gewundenen Ufern unter der dunstigen Hitze. Wir schauen auf die Homa Bay, die in eine größere Bucht mündet, die, wie wir wissen, aber nicht mehr sehen können, hinter dem Horizont in den eigentlichen See übergeht. Was für ein riesiges Gewässer!

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Homa Bay Tourist Hotel

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Marabus überall

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Ausflugsboot

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Strandpromenade

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Morgens im Homa Bay Tourist Hotel

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Blick vom kegeligen Hügel auf einen anderen

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Homa Bay

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Auch hier: Wenig Wildlife

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