Lucky Sunday, happy Monday

Die letzten Tage unseres Aufenthalts in Ol Pejeta bringen die wichtigen Entscheidungen. Gestern haben wir mit Richard, dem Chef von OP die Vereinbarung zur Campaign getroffen. Damit haben wir jetzt die Zusagen aller Beteiligten und können mit Bernard in die Planung der Details einsteigen.

Ein weiterer Besuch bei Gilbert diente der Absprache von Abläufen um die Zulieferung der Teile zuverlässig im Griff zu behalten, Lagerhaltung eben: Eingänge, Ausgänge, Bestand, … Aber Gilbert wäre nicht Gilbert, wenn es nicht auch ein paar Ideen zur technischen Verbesserung zu besprechen gäbe, sozusagen die Kür nach der Pflicht. Er hat den Vorschlag gemacht, die Eisenstangen durch extra hart gebrannte Keramikquader zu ersetzen – kostenneutral bei erhöhter Festigkeit und Lebensdauer. Wir werden das bei einer Serie von 50 Öfen erproben.

Nach wie vor ist das Outlet unser Sorgenkind in Kenia. Die Endstücke sind derzeit aus teurem Metall, das aber nach einiger Zeit zu rosten beginnt und zerfällt. Dickes Material ist teuer, dünnes rostet zu schnell. Die Optimierung ist schwierig, außerdem neigen die Lieferanten dazu, die Materialstärke zu Gunsten ihres Reingewinns zu minimieren – man muss ständig kontrollieren. Leider ist es Gilbert bisher noch nicht gelungen, ein getöpfertes Outlet von der Qualität des nepalesischen herzustellen. Liegt es am Lehm oder an den Werkzeugen? Hier sind wir noch nicht am Ende angekommen.

Für den Augenblick hat Gilbert eine Kombination aus Ton- und Metallteilen vorgeschlagen, die uns erst mal 100 Schillinge Einsparung bringt und sehr stabil ist. Diese Lösung wird eingesetzt sobald die noch auf Lager liegenden Outlets verbraucht sind.

In Summe also ein erfolgreicher Montag, nun zum ereignisreichen Sonntag:

Sonntag war der letzte Tag, an dem wir noch ein Auto hatten. Das haben wir für einen ausführlichen Game Drive genutzt – es hat sich gelohnt wie noch nie.

Erstes Ereignis: zwei kämpfende Nashörner, ein drittes als Zuschauer oder Schiedsrichter(?). Das sieht aus wie zwei Schwergewichtsboxer in der 12. Runde: Hauptsächlich Pausen, dann rafft sich einer zu einer Attacke auf, bei der immense Kräfte freiwerden, die aber schnell wieder erlahmen.

Zweites Ereignis: Wir finden uns mitten in einer Giraffenherde von mindestens 27 Tieren. Lange Hälse auf 360 Grad, zwei Nashörner nehmen Reißaus angesichts der Übermacht der langen Kerls.

Drittes Ereignis: Wir stehen in einer großen Zebraherde, die Anspannung wächst merklich. Dann, mit einem Schlag, spurten alle davon. Grund: 2 Geparden nähern sich im Spaziergängertempo. Sie sind nicht auf der Jagd, also bleibt uns viel Zeit zur Beobachtung wie sie am Auto vorbeischlendern und in der Ferne wieder im Gras verschwinden.

Ereignis Nr. 1b: Auf dem Heimweg treffen wir wieder auf die 2 kämpfenden Nashörner – fast 2 Stunden später. Die Entscheidung ist offensichtlich noch nicht gefallen, wir sind etwa in Runde 50. Die beiden sind so vertieft, dass sie uns fast übersehen und unser Auto um ein Haar umrennen – Schreckmoment. Ein ausgewachsenes White Rhino hat etwa das doppelte Gewicht des Autos, da hätte die Kinematik gegen uns gesprochen.

Lucky Sunday, der mit dem letzten Bier aus unserem Vorrat zum Abendessen endet. Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist schon ein Tusker Lager wert. Für die Jüngeren unter uns: „asbach uralt werbung“ googeln oder auf youtube nachschauen.

Dies war die vorerst letzte Folge unserer Berichte aus Kenia, morgen fliegen wir heim. Die nächsten Beiträge kommen aus Äthiopien oder Nepal. Die Entscheidung erfolgt in Kürze.

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Aufmarsch der langen Kerls

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Nicht zum Grasen gebaut

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Andrang am Wasserloch

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Sie sind überall …

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Regenbogengiraffe

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Anspannung: Da ist doch was!

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Das ist der Grund

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Kein Hunger?

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Jetzt wird nicht gejagt

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Kampf der Giganten

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Rohe Kräfte

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Mount Kenya im Abendlicht

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