Kochen

Dass Injera der Hauptbestandteil des äthiopischen Essens ist, wissen wir inzwischen. Heute wollen wir mehr über die Zubereitung erfahren. Etenesh hat uns zu sich nach Hause eingeladen. Sie selbst kocht elektrisch.

Von den etwa 5000 – 7000 Haushalten in Alem Katema sind etwa 5% mit elektrischen Injera-Öfen ausgerüstet. Alem Katema ist seit etwa einem halben Jahr elektrifiziert. Weitere 5% verfügen über Öfen, die vor Jahren durch ein MfM-Projekt gebaut wurden, das aber seit Jahren schon nicht mehr existiert. Hierzu wollen wir morgen noch mehr erfahren.

Eteneshs Nachbarin kocht Injera noch auf dem Holzfeuer. Das macht sie etwa alle 3 Tage um sich einen Vorrat anzulegen. Gemüse oder andere Beilagen werden täglich gekocht. Meist braucht sie dazu 2 Töpfe.

Der Injera-Teig ist eine flüssige graue Masse, die mit einer Kelle auf der Platte verteilt wird, so etwa, wie wir es vom Crepe-Backen kennen. Die Platte aus gebranntem Ton wird vor jedem Injera sorgfältig gesäubert und gefettet. Beim Backvorgang wird sie mit einem großen Deckel abgedeckt. Nach wenigen Minuten ist der Injera fertig. Er hat seine graue Farbe behalten und kleine Bläschen bekommen. Kusprig kann man sie nicht nennen, sie fühlen sich eher an wie ein Lappen.

Obwohl Injera nur alle 3 Tage, Gemüse aber täglich gekocht wird, geht laut Etenesh am meisten Holz bzw. Strom für die Injeras drauf. Hier liegt also wahrscheinlich unser Schwerpunkt unter dem Gesichtspunkt Holz sparen. Das Ziel Gesundheit schützen erreichen wir aber vermutlich eher, wenn wir eine Lösung für das tägliche Kochen anbieten. Am besten wäre ein kombinierter Ofen mit Injera-Platte und zwei Kochstellen.

Elektrisches Kochen ist billiger als Holzfeuer, allerdings benötigt man einen Stromanschluss und einen elektrischen Injera-Ofen. Beides kann sich nur eine besser gestellte Minderheit in der Stadt leisten. Trotzdem ist die Entwicklung im Gange. Die äthiopische Regierung plant, realistisch oder nicht, das ganze Land innerhalb einiger Jahre flächendeckend zu elektrifizieren. Der Strom kommt heute überwiegend aus Wasserkraftwerken, dazu etwas Wind und Solartechnik. Ein großes Kraftwerk am blauen Nil ist in Planung.

Wir müssen diese Entwicklung in unserer Strategie berücksichtigen. Möglicherweise sind verbesserte Holzöfen nur ein Zwischenschritt hin zum elektrischen Kochen, das hier sehr umweltfreundlich wäre, und wir sollten die Verbreitung beider Alternativen parallel unterstützen.

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