Grün

Die Hochebene von Laikipia ist windig, staubig und braun zu dieser Jahreszeit. Wir reisen, immer am Äquator entlang, nach Westen. Schon vor dem Rift Valley zeigen sich die ersten grünen Flecken. Danach fällt das Land allmählich von über 2000m auf etwa 1400m ab. Mit jedem Kilometer wird die Vegetation üppiger. Spätestens an der Grenze sind wir in den Tropen angekommen. Grün in Grün. Jeder Quadratzentimeter Boden ist bewachsen – zumindest dort, wo die Menschen nicht eingegriffen haben.
Grüne Bananenstauden, hellgrünes Zuckerrohr, gelbgrüne Reissetzlinge, dunkelgrüne Mangobäume. Orangen, Maniok, Matoke, tausend verschiedene Schattierungen von Grün. In der Nähe von Mbale verlassen wir die Teerstraße und rumpeln auf einer rotbraunen Piste durch die grünen Dörfer.

Manfred hat uns an der Grenze abgeholt. Unsere erste Station ist ein kleines Dorf bei Mbale, in dem Monika gerade einen Backkurs gibt. Das ist zur Zeit der große Renner. Alle Frauen wollen Backen lernen. Backwaren sind nicht nur etwas Neues für den Gaumen, sondern auch eine mögliche Einnahmequelle. Mit etwas Unternehmergeist kann man durch Straßenverkauf oder bei Festen etwas dazu verdienen. Monika und Manfred arbeiten seit etwa vier Jahren als Entwicklungshelfer in Uganda.

Von Mbale ist es noch eine knappe Tagesreise nach Luwero, das etwa 80km ördlich von Kampala liegt. Dort haben die beiden ihr ugandisches Heim in dem auch wir für die nächsten Tage unterkommen werden. Sie haben uns eingeladen, unser Wissen über den Ofenbau an sie weiterzugeben und wollen die Verbreitung von Lehmöfen in ihr Programm aufnehmen. So bald wie möglich beginnen wir mit der Produktion der Ziegel.

Die Suche nach Lehm ist schnell erledigt. Überall stehen rote Termitenbauten, die wir nur angraben müssen um fette tonhaltige Erde zu erhalten. Mit etwas Wasser vermischt ergibt sich ein schweres, kompaktes und sehr klebriges Material. Sand ist Mangelware, so dass wir die Ziegel aus der Masse mit diesen Eigenschaften formen müssen. Nur widerwillig lösen sich die Rohlinge aus der Form. Harte Arbeit! Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit werden die Ziegel nur langsam trocknen und wir hoffen, dass wir deshalb trotz des fetten Material wenig Risse bekommen werden.

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Eine Antwort auf Grün

  1. Gerhard Dengler sagt:

    Liebe frakat, Text und Bilder mit großem Interesse konsumiert. Danke! Und bitte berichtet weiter. Grüße – helger